Vom 12. – 15. August 2010 fanden auf dem Windenschleppgelände Häger bei Werther die VARUS Flatlands 2010 statt.
Im Rahmen dieses offenen FAI 2 Wettbewerbes wurde die diesjährige Landesmeisterschaft NRW ausgetragen.
Vom Niederrhein hatten sich vier Piloten für den Wettbewerb angemeldet:
- Theo Schürholz (Aircross U-Sport)
- Holger Steffentorweihen (Aircross U4)
- Johannes Völlm (Aircross U-Sport)
- Martin Speis (ebenfalls Aircross U-Sport
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Das Flämming überrascht einen immer wieder. Entgegen aller Vorhersagen schien heute Morgen wieder die Sonne und es sah ganz danach aus, als könnten wir heute einen weiteren Task fliegen. Unser Optimismus wurde beim Wetterbriefing allerdings etwas gedämpft:
Wir befinden uns hinter einer Okklusion und vor einer Kaltfront, die aktuell von Niedersachsen her ein Regengebiet in unseren Raum befördert. Am Boden weht der Wind mit 15 km/h aus SO und in der Höhe mit 20 bis 25 km/h aus S. Die Thermikqualität wird schwach bis mäßig ausfallen.
Das nächste Briefing fand um 11:30 Uhr am Startplatz Mitte statt. Die Pilotensprecher präsentierten eine 52,6 km lange Aufgabe von „Altes Lager“ (SS r = 2.000 m) über den Wendepunkt „Dippmannsdorf Teich“ (r = 5.000 m) nach „Brandenburg Bahnhof“ (ES r = 2.000 m; Goal r = 1.000 m). Das Startfenster wurde um 12:15 Uhr geöffnet.
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Die Front war abgezogen und der Morgen begrüßte uns mit Sonne und einem blauen Himmel über Altes Lager. Beim Briefing um 9:30 Uhr prognostizierte unser Meteorologe Thorsten einen thermisch interessanten Tag, mit Basishöhen, die im Tagesverlauf auf über 1.500 m ansteigen sollten.
Die Tasksetter entschieden sich für eine recht anspruchsvolle Route, die knapp an dem Luftraum C von Berlin vorbei führte: Task 2 ging über 92 km von „Altes Lager“ (SS r = 2.000 m) über den Wendepunkt „Brand Cargo Lifter Halle“ (r = 3.000 m) nach „Beeskow Bahnhof“ (ES r = 5.000 m; Goal r = 3.000 m). Keine leichte Aufgabe bei einem Wind, der mit 15-20 km/h aus Südwesten weht!
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In der Nacht hatte es angefangen zu regnen, und das stetige Plätschern hielt auch noch am Morgen an. Die Wetterprognosen, die wir beim Frühstück bei verschiedenen Diensten abriefen, sagten mehr oder weniger schlechte thermische Bedingungen für die Region vorher. Lediglich das RASP-Modell prognostizierte für den Nachmittag gute Thermik. Auf der Fahrt zum Schleppgelände schoben sich dann auch schon die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke.
Um 10:30 Uhr fand das Eröffnungsbriefing statt. Nachdem Willi Kuck den offiziellen Teil abgehakt hatte und die Pilotensprecher gewählt worden waren, gab Thorsten Seelig einen Überblick zur aktuellen Wettersituation. Seine optimistische Prognose für den Tag beendete er mit den Worten:
Wer einmal lügt muss noch lange kein Meteorologe sein.
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Das sieht doch gar nicht so schlecht aus!
Samstagnachmittag machte ich mich gemeinsam mit Theo auf den Weg nach Berlin ins Alte Lager. Am späten Abend trafen wir in Neuheim bei unserer Ferienwohnung ein, wo wir von Peter und Jarek mit einem kühlen Bier empfangen wurden.
Der Sonntag begrüßte uns mit Sonne und der Aussicht auf einen langen Flugtag mit guter CU-Thermik. Nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Alte Lager. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Wind leider schon markant zugenommen. Am Platz angekommen trafen wir einige Teilnehmer aus dem letzten Jahr und es gab viel zu erzählen. Am Nachmittag haben wir uns bei Willi und Dagmar für die German Flatlands registriert und die Wegpunkte auf unsere GPS-Geräte geladen. Der starke Wind hielt den ganzen Nachmittag an und ließ leider keinen Schleppbetrieb zu. Stattdessen hatten wir genügend Zeit für Gespräche mit die neu eintreffenden Piloten und konnten uns prächtige Lenticularis am Himmel ansehen.
Stefan hatte den ganzen Vormittag vergeblich versucht, genügend Piloten und vor allem Windenfahrer für einen Schleppbetrieb in Sevelen zu begeistern. Daher fuhren Theo, Matthias, Stefan, Jarek und ich am frühen Nachmittag zum Schleppgelände an der Halde Norddeutschland, um dort das Angebot des Vereins Revierwings für Gastflieger zu nutzen.
Als ich um 14:30 Uhr auf dem Gelände ankam, war Theo bereits seit fast einer Stunde in der Luft und kreiste auf gut 1.000 m hinter der Halde Norddeutschland.
Wir könnten mal ein Dreieck probieren.
Die Piloten, die schon in der Luft waren, berichteten von ruppigen und turbulenten Bedingungen. Das schwierigste an dem heutigen „guten Blauthermik“-Tag war aber die richtige Stelle für den Einstieg zu finden. Zu allem Überfluss hatte sich aus SW eine abschirmende Schichtbewölkung über das Gelände geschoben. Jarek und ich schafften es über der Halde Norddeutschland, in einem ziemlich ruppigen Bart, gemeinsam bis auf 1.200 m aufzudrehen. Ich flog weiter Richtung Rheinberg, wo ich vor dem Gewerbegebiet Winterswick noch Mal auf 1.100 m hoch kam. Da es schon relativ spät war für einen ausgedehnten Ausflug in den Norden, entschied ich mich linksrheinisch zu bleiben und ein kleines Dreieck zu versuchen. Mit gut 30 km/h flog ich parallel zur B510 Richtung Kamp-Lintfort. Ich hatte damit gerechnet über der A57 oder den Industrieanlagen nutzbare Thermik zu finden, was aber nicht der Fall war. Gelandet bin ich auf einem kleinen Modellflugplatz. Einer der Modellflieger hat mich dann wieder zurück zum Averdunkshof gefahren.
Theo hat sein 17,3 km FAI-Dreieck geschafft.
Ein Dankeschön an den Verein Revierwings und an Dieter fürs Schleppen.