Heute erwarteten alle einen Hammertag in Altes Lager: gute bis sehr gute Cumulustermik und ein 20er Wind aus SO. Zum ersten Mal wurde bei den German Flatlands einen Task mit über 100 km ausgeschrieben. Der 4. Task ging über 106 km von Altes Lager (SS r = 5.000 m) Richtung NW nach Stendal (ES r = 8.000 m). Der Startzeit wurde auf 12:00 Uhr gelegt.

Drei Piloten werden parallel unter die Cirren geschleppt © Martin SpeisAm Anfang wurde das Gelände von einem großen Cirrenfeld abge­schirmt. Die ersten Piloten landeten – trotz Ausklinkhöhen von über 700 m – nach kurzer Zeit wieder am Startplatz. Ralf Kopp versuchte erst gar nicht über Altes Lager Höhe zu machen, sondern flog direkt Rich­tung Westen ab. Er hatte sich heute was ganz Großes vorgenommen. Auf unserer Schleppstrecke Nord startete in der nächsten Stunde keiner.
Die Locals warteten ab, bis die Cirren weniger wurden und die Bärte langsam anfingen zu ziehen.

Um 13:15 Uhr starteten Hagen, Theo und kurz danach ich. Es ging mit ordentlichen Steigwerten auf eine Ausklinkhöhe von 750 m. Auf der Nordseite des Geländes ging es unter einer Wolke bis auf 1.500 m. Theo war in der Zwischenzeit schon weitergeflogen und kreiste mit einem weiteren Piloten unter einer Wolke hinter Lüdendorf. Als ich dort ankam, dachte ich noch: „Jetzt mal konzentrieren und in aller Ruhe das Zentrum suchen.“ Ohne Vorwarnung wurde ich plötzlich in einem Hammerbart innerhalb von 3 Minuten 900 m hochgebeamt. Ich brauchte erst Mal eine Zeit um mich wieder zu sammeln. Die beiden Piloten sind in der Zwischenzeit in unterschiedliche Richtungen weg geflogen: Theo nach NW und der Bommerang-Pilot nach SW. Ich versuchte die Wolke direkt vor mir anzusteuern. Je tiefer ich kam um so unangenehmer wurden die thermischen Ablösungen. Es gelang mir einfach nicht das Zentrum zu finden und wieder Höhe zu machen. Nach einer Stunde Flugzeit bin ich nach 35,5 km in Borne gelandet.

In Borne gibt es ein nettes kleines Cafe, die Flämingrose. Die Inhaberin Frau Schönner machte mir einen frische Tasse Kaffee mit einem leckeren Stück selbstgemachten Kuchen. Als sie von meinen Rückfahrproblemen erfuhr, rief sie spontan ihren Sohn an, der mich zurück nach Altes Lager brachte. Tausend Dank.

Theo hat mir versprochen einen eigenen Bericht zu seinem ersten 100 km Flug zu schreiben. Darauf freu ich mich ganz besonders.

Ralf Kopp flog an diesem Tag 219,6 km von Altes Lager bis kurz vor Hamburg. Meinen absoluten Respekt zu diesem fantastischen Flug. Ralf ist damit der dritte Pilot, der einen 200er von Altes Lager geflogen ist.

Tageswertung Task 4
Endergebniss Flatlands GS 2009

Ich möchte auf diesem Weg den Organisatoren, den vielen freiwilligen Helfern und den Windenteams für die tolle Veranstaltung bedanken.

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