Wie heisst der Bürgermeister von Wesel?

Blick nach Wesel :: © Bernd BöingBernd Böing schaffte es gestern als erster vom Schleppgelände an der Halde Norddeutschland bis nach Wesel zu fliegen:

23.2 km XC Distanz, 0:55:26 Flugzeit, 1.336 m erreichte Höhe, …

Hier sein spannender Bericht:

Dank Ferienzeit und einiger angesammelter Überstunden konnten wir mitten in der Woche unseren Flugbetrieb aufnehmen. Wind zunächst von Süd, das bedeutet beim Schleppgelände an der Halde Norddeutschland “kurze Strecke”, rund 750 m lang.

Neidisch beobachteten wir drei Segelflieger, die weit über uns in der Thermik kreisten. Dahin wollten wir auch, aber das war wohl nicht möglich, wie einige erste Testflüge bestätigten. “Tut sich nix, ein wenig Aufwind, aber nicht zu zentrieren”.

Mein Start bei schwachen Wind brachte mich auf eine Ausklinkhöhe von nicht einmal 200 m, gerade genug, um den Startplatz wieder zu erreichen.

Doch was war das? Kaum ausgeklinkt, ein leichtes Zuppeln am Schirm und dann das Ziepen des Varios. Erst ganz schwach, kaum zu zentrieren, dann aber immer deutlicheres Steigen. Langsam über die Halde versetzt gings dann mit 2-4 m/sec. kontinuierlich hinauf. “Mal schön auf unsere Höhenbegrenzung achten”, dachte ich mir bei 1.260 m Höhe und bin dann Richtung Müllverbrennungsanlage Asdonkshof abgeflogen, mal schauen, wie weit ich komme. Schon ein irres Gefühl, denn selbst auf dem Geradeausflug war noch weiteres Steigen angesagt. So ähnlich muss wohl Delphinfliegen sein.

Das ursprünglich am Startplatz scherzhaft angedachte Ziel Kevelaer ging von der Windrichtung her nicht, also über Rheinberg Richtung Rhein. Den wollte ich schon immer einmal in der Luft überqueren, ob meine Höhe dafür reicht? Mit noch 730 m kam ich im Rheinvorland an, also eine lockere Übung. Und dann, kaum auf der anderen Rheinseite, meldete sich plötzlich wieder mein Vario und es ging wieder bis auf über 1.100 m hinauf. Etwas mehr Kampfgeist und es wäre wohl noch einiges mehr drin gewesen, aber egal. Immer auf der Ausschau nach einem Landeplatz konnte ich dann noch unerwartet weit bis nach Wesel fliegen. Hier reichte mir die Höhe von knapp 500 m nicht mehr zum Überfliegen der Stadt. Am Rhein entlang gibt’s auf den ersten Kilometern dank eines Gewerbegebietes auch nichts Tolles zum Landen. Deshalb habe ich mir eine schöne Wiese an der Lippe direkt neben einer Hauptstrasse ausgesucht und war dann nach 56 Minuten Flugzeit und rund 23 km Luftlinie zufrieden und glücklich am Boden.

Ein Anruf bei Heiko genügte: “Wo bist du? Kein Problem, ich hole dich ab”. Danke Heiko.

Meine Glückwunsch zu diesem schönen Flug.

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