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Sophienhöhe: RWE Power erteilt Startverbot

Im Kölner Stadtanzeiger erschien am 07.02.2007 folgender Artikel von Dennis Vlaminck: Gleitschirme bleiben am Boden

Vor allem im Sommer bot sich bisher an der 200 Meter hohen Sophienhöhe ein spektakuläres Bild: Bei schönem Wetter schwebten rund um die künstlich ange­schüttete Erhebung Frauen und Männer an bunten Gleitschirmen, die Aufwinde und Thermik nutzten, um hoch in die Lüfte zu steigen und stundenlang zu fliegen. Das wird wohl nicht mehr zu sehen sein. Der Eigentümer der Sophienhöhe, RWE Power, hat den Pachtvertrag mit dem Verein “Ostwindfreunde” gekündigt und den 200 Gleitschirm- und Drachenfliegern aus dem Raum Köln, Düsseldorf und Aachen die Starterlaubnis entzogen.

Auslöser der Kündigung ist eine Baumfällaktion im November 2005. Damals waren die Ostwindfreunde zu ihrer alljährlichen Reinigungsaktion an ihrem Starthang angetreten, hatten aber offenbar etwas zu gründlich gearbeitet. “Es waren auch einige Tannen mit einer Stammdicke von Weihnachtsbäumen dabei”, räumt Jürgen Bienhüls, der stellvertretende Vorsitzende ein. “Das war ökologisch kein schlimmer Schaden, aber wir sind einsichtig und bereit, für den Schaden aufzukommen.”

Doch beim Forstamt Eschweiler, das die Baumstümpfe entdeckte, und bei RWE Power sieht man das anders. “Wir sind sehr verärgert”, sagt RWE-Power-Sprecher Andre Bauguitte. “Es gibt klare und strenge Regeln, was den Landschaftsschutz angeht, und es war nicht der erste Verstoß dagegen.” Aus diesem Grund wurde dem Verein nun der Pachtvertrag gekündigt.

Das Forstamt Eschweiler hat ein grundsätzliches Problem mit dem Flugbetrieb. “Dem Verein wurde 1994 erlaubt, eine der Sichtschneisen für Spaziergänger auf der Höhe für Starts zu nutzen”, sagt der Leiter des Forstamts, Robert Jansen. “Das war von vornherein nur eine Genehmigung auf Zeit – bis der Wuchs der Bäume einen Flugbetrieb nicht mehr zulässt.” Das sei nun offenbar der Fall, da die Ostwind­freunde sogar schon Bäume fällten. “Die Rekultivierung auf der Sophienhöhe hat Vorrang. Hier wird Ausgleich für den Hambacher Forst geschaffen, der dem Tagebau Hambach weichen musste.”

“Ob dort Flugbetrieb möglich ist oder nicht, kann ein Forstamt gar nicht beur­teilen”, sagt hingegen Ostwindfreund Bienhüls. Das sei Sache des Deutschen Hängegleiter-Verbands, der im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums solche Gelände auf ihre Flugtauglichkeit prüfe. Dass ein Flieger mal in den Sträuchern lande, sei ganz normal.

“Das ist eine dumme Geschichte, denn die Sophienhöhe ist für die Gleitschirmflieger in Westdeutschland ein wichtiges Fluggebiet”, sagt Björn Klaassen vom Deutschen Hängegleiter-Verband mit Sitz am Tegernsee. Ein Ausweichquartier gebe es nicht, und aus seiner Sicht sei ein Flugbetrieb durchaus möglich. “Wir hoffen auf ein Gespräch und einen Ortstermin.”

Die Ostwindfreunde planen je nach Wetter am Samstag oder Sonntag ein so genanntes Groundhandling an der Sophienhöhe, bei dem sie Aufwärmübungen am Boden zeigen und für ihren Sport werben wollen. Eingeladen sind auch die Landräte des Rhein-Erft-Kreises und des Kreises Düren. Bienhüls: “Wir hoffen noch auf eine Einigung.”

Nachtrag: Zu dem Artikel “Die Gleitschirme bleiben am Boden” vom 7. Februar sind im Kölner Stadtanzeiger zwei Leserbriefe erschienen.

Leserbrief vom 09.02.2007

Gigantisches Abholzen

Zu: “Die Gleitschirme bleiben am Boden” vom 7. Februar.

Vergleiche ich das von RWE vorangetriebene gigantische Abholzen von riesigen alten Baumbeständen mit dem Abholzen von wenigen Tannen (mit den Abmes­sungen eines Weihnachtsbaumes) auf dem Startplatz der Gleitschirmflieger, kann ich nur lachen.

Heinz Wellmeyer, Bedburg

Leserbriefe vom 19.02.2007

Einzige Chance

Zu: “Die Gleitschirme bleiben am Boden” vom 7. Februar.

Hier wird mit aller Macht auf Rekultivierung unseres Startplatzes gedrängt, im Vergleich zur ganzen Sophienhöhe eine verschwindend kleine Fläche. Es galoppiert wieder einmal der Amtsschimmel. Ohne Rücksicht auf ein geändertes Freizeit­verhalten und auf die Bedürfnisse der Bürger dieser Region werden hier uralte Pläne durchgeboxt. Gleitschirmfliegen gab es zu Beginn der Aufschüttung der Sophienhöhe noch gar nicht. Wir denken, dass hier unsere Politiker aufgefordert sind, diesen Unsinn zu stoppen. Lasst uns Fliegern diese einzige Chance, im Rheinland von einem Berg abzuheben.

Ralf Haak, Bergheim

Leserbriefe vom 27.02.2007

Rodeln und fliegen

Zu: “Die Gleitschirme bleiben am Boden” vom 7. Februar.

Zu Beginn der Aufschüttung der “Sophie”(nhöhe) wurde sich darüber beschwert, das es für die Kleinsten keine Rodelmöglichkeiten gibt. Entgegen den Aufforstungs­plänen wurden damals umgehend Schneisen in die bereits aufgeforsteten Hänge planiert.
Diese Flächen sind x-mal größer als die Startplätze der Gleitschirm- und Drachen­flieger der Ostwindfreunde, denen wegen einer Startplatzpflege der Pachtvertrag gekündigt wurde. Das kann es doch nicht sein. Daher der Aufruf an RWE: Gebt uns die Startplätze wieder!

Guido Conradi, Elsdorf

7 Kommentare

  1. Da kann man nur hoffen das die Leute einsehen das auch ein Flieger auf die Sophienhöhe gehört, genau so wie ein Baum! Evtl könnte man ja die Startschneise mit einer “Downhill”-Abfahrt für Mountenbiker koppeln!
    Gruß Andreas

    • Downhillstrecke? Da liegst Du aber völlig falsch. Die Eventabteilung von RWE Power hat da ganz anderes im Sinn:

      {…} lädt RWE Power zu einer geführten Frühlingswanderung zu Maiglöckchen und Hasenglöckchen auf der Sophienhöhe ein. Ab 14 Uhr wandert ein Naturführer mit den Besuchern über den 200 Meter hohen Berg, der mit der Rekultivierung für den Tagebau Hambach gewachsen ist. Unterwegs lesen die Teilnehmer die Zeichen der Natur und erleben die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt: Bei der gemeinsamen Suche nach Tierspuren oder bei der Bestimmung von Pflanzen wird das ökologische Zusammenspiel in diesem inzwischen sehr reichen Lebensraum begreifbar. {…}

      In dieses Konzept passen keine Gleitschirmflieger, die an guten Flugtagen in Scharren auf die Sofi pilgern, Spaß haben und manchmal ihre Freude lauthals rauslassen.

      Ich bin gespannt was draus wird.

      • Ha, bin gespannt wie die gucken wenn die im Sommer da “Lustwandeln” wollen und ne Horde wild gewordener Bremsen sie jagt! Schlägt man um sich werden es immer mehr! :-) Am geilsten sind eh die Leute die schon am Stock gehen, Walking heißt es glaube ich! ;-)
        Andreas

  2. Die Bremsen auf ophienhöheder S sind eine echte Plage! :-( Joggen oder mit dem Hund gehen fällt in der Bremsen-Seuchen-Zeit flach! Einzig mit dem MTB lässt sich dann die Sophie noch nutzen. Natürlich nur Full-Speed ;-)

    • ja, die Bremsen. War eben dort. Zum Glück mit dem MTB. So viele Bremsen ist echt der Wahnsinn. Man darf auf keinen Fall stehen bleiben, sofort Bremsen überall am Körper. Bin Fan der sophie, keine Frage. weiß jemand ob und wann es weniger wird, mit den Bremsen?

      • Ja, ich denke mal ein Großbrand würde alle Bremsen auf einmal vernichten und schöne MTB-Strecken und Startplätze freigeben. ;-)

        Andreas

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