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Die ersten Acro-Weltmeister …

Bilder vom Red Bull Vertigo 2006 :: © Denis BalibouseVom 18.–27. August 2006 fand in Villeneuve (Schweiz) im Rahmen der Red Bull Vertigo 2006 die 1. FAI Weltmei­sterschaft im Hängegleit- und Gleitschirmakrofliegen statt.

Die ersten Akro-Weltmeister der Geschichte heissen

  • Jon Gjerde (NOR) in der Disziplin Hängegleiten,
  • Raul Rodriguez (ESP) im Solo Gleitschirmfliegen und
  • Raul Rodriguez/Felix Rodriguez (ESP) im Gleit­schirmfliegen Synchro.

Am Samstag, dem 26. August war es soweit: die ersten Akrobatik-Weltmeister in der Geschichte des Hängegleitens und Gleitschirmfliegens waren erkoren. Jahre hatten die Organisatoren, allen voran OK-Präsident Alain Zoller für die Anerkennung des Akrofliegens durch den Weltverband FAI (Fédération Aéronautique Internationale) gekämpft. Mit der neunten Austragung des Red Bull Vertigo hatten sie ihr Ziel erreicht.

80 Piloten waren in Villeneuve zusammengekommen und flogen über dem Genfersee ihre luftigen Kürprogramme. Rund 50’000 Besucher schauten ihnen während der 9 Tage der Veranstaltung dabei zu, staunten, schluckten das eine oder andere Mal leer und bejubelten gelungene Manöver ebenso wie unfreiwillige Wasserlandungen.

Hängegleiten: Ein Duell mit Schuss

Bilder vom Red Bull Vertigo 2006 :: © Denis BalibouseRauchpetarden erleichterten den Zuschauern, die wilden Flugfiguren der Luftakrobaten mitzuverfolgen. Wegen dieser Rauchfahne sehen die Hängegleiter aus wie Düsenjets. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h bieten sie die Hoch­geschwindigkeitsvariante der motorlosen Kunstfliegerei. Jon Gjerde (NOR) und Guido Gehrmann (GER) dominierten diesen Wettbewerb, wobei auch andere Piloten wie der Italiener Ignazio Bernardi oder der Schweizer Fredi Bircher einzelne Läufe gewinnen konnten. Am Schluss setzte sich der Norweger vor dem Deutschen durch. â??Ein Jahr habe ich dafür trainiert, um hier Weltmeister zu werden und Guido, hinter dem ich letztes Jahr Zweiter geworden war, zu schlagenâ??, erklärte er glücklich. Dritter wurde der Amerikaner John Heiney.

Gleitschirm: Zwei spanische Brüder und drei Frauen

Bilder vom Red Bull Vertigo 2006 :: © Denis BalibouseDie Brüder Raul und Felix Rodriguez prägen die Gleitschirmakrobatik seit Jahren. Mehrere Manö­ver haben sie erfunden, den Red Bull Vertigo haben sie seit ihrer ersten Teilnahme im Jahr 2000 jedes Mal gewonnen. Die Präzision, mit der sie ihre Figuren fliegen, ist unerreicht, wenngleich die Konkurrenz gewaltig aufgeholt hat. Den Solo-Bewerb gewann Raul Rodriguez, doch noch vor seinen Bruder setzte sich der Franzose Antoine Montant. Im Final der besten Zwanzig startete auch die Schweizerin Judith Zweifel. Ihrer kleinen Zahl wegen, mussten die Frauen im Wettbewerb der Männer mitfliegen. Zweifel klassierte sich als Sechzehnte in der vorderen Hälfte des Teilnehmerfelds. â??Mich im Mittelfeld zu klassieren, war mein Ziel. Und dass ich im Final starten konnte, machte diese WM für mich perfektâ??, sagte sie strahlend. Seiko Fukuoka (JPN) verpasste den Final knapp. Die Französin Maeva Giacometti sammelte wichtige Erfahrungen. Synchro ist die Königsdisziplin der Gleitschirmakrobatik. Die Zweier-Teams beweisen, dass die wilden und vom ungeübten Auge kaum nachvollziehbaren Figuren kein Zufall sind, sondern präzise Flugkunst. Solo-Weltmeister Raul und sein Bruder Felix Rodriguez, waren erwartungsgemäss nicht zu schlagen. Obschon sie auch hier keine Welten von der Konkurrenz entfernt sind. â??Ein Fehler genügt und man verliert die Führungâ??, bestätigte Raul Rodriguez. Etwas überraschend holte sich das Schweizer Team Peter Neuenschwander / Christian Maurer die Silbermedaille. Sie setzten mehr auf Perfektion ihrer Figuren als auf möglichst risikoreiche Programme. Dritte wurden die ßsterreicher Bernd Hornböck und Alex Meschuh.

Expression Session

Bilder vom Red Bull Vertigo 2006 :: © Denis BalibouseDer letzte Tag des Red Bull Vertigo 2006 gehörte der â??Expression Sessionâ?? genannten Show. Neben den Hängegleitern und Gleitschirmfliegern jagten alle möglichen Fluggeräte durch den Luftraum über Villeneuve: vom Fallschirm über die Replica eines fünfzigjährigen Gleitschirmvorläufers bis zum Woopy genannten aufblasbaren Hängegleiter. Der neunte Red Bull Vertigo und die erste WM der Hängegleit- und Gleitschirmakrobatik endete mit der Siegerehrung. Die Preise übergab der Ballonflieger Bertrand Piccard, der zusammen mit dem Astronauten Claude Nicollier das Patronat der Veranstaltung bildete.

Weitere Informationen, Resultate und Bilder findet ihr auf www.redbull-vertigo.com

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