permalink

0

Gleitflieger hatte Glück

Pressemeldung vom 31.05.2005 :: © Rheinische PostUnter dieser Headline erschien heute im Lokalteil „Der Grafschafter“ der Rheinischen Post folgender halbseitiger Artikel:

Der 44-Jährige aus Rheurdt erlitt beim Absturz am Sonntagabend nur einen Unterarmbruch. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Ursache des Unfalls aufgenommen. Verein: Eine einmalige Kombination seltener Umstände.

Von Ulrich Joppich und Sabine Hannemann

Neukirchen-Vluyn Zwei dicke Rucksäcke mit Gleitschirmen lagen gestern auf dem Fußboden in der Polizeiwache Neukirchen-Vluyn. Es handelt sich um Flugschirme des 44-jährigen Rheurdters, der am Son­ntagabend um 18.45 Uhr auf dem Schleppgelände der „Revierwings“ an der Gartenstraße in Neukirchen-Vluyn aus etwa 60 Metern Höhe abgestürzt ist (RP berichtete).

Der Mann hatte ein riesiges Glück. Mit Schock und Unterarmbruch wurde er in ein Moerser Krankenhaus gebracht. Gestern konnte er bereits mit dem ermittelnden Polizeibeamten Bert Nützmann sprechen. Die Tatsache, dass der Sturz durch den intakten Rest des Schirms gebremst wurde und der 44-Jährige auf den relativ weichen Boden des Geländes an der Gartenstraße aufprallte, hat den Rheurdter wohl vor schwereren Verletzungen bewahrt. Je nach Wetterbedingungen wird ein Gleitflieger mit dem Schleppseil bis auf eine Höhe von 300 Metern gezogen.

„Materialfehler ausgeschlossen“

Peter Seifert, Vereinsvorsitzender von Revierwings, erklärte gestern gegenüber der RP, das die Ursache des Unglücks wetterbedingt und auf eine einmalige Kombination von seltenen Umständen zurückzuführen sei. Er habe den Unfall miterlebt und sei noch „ein Seil vorher“ geflogen. „Eine plötzliche Böe hat den Schirm des Piloten beim Schleppvorgang erfasst. Dabei ist eine vorgeschaltete Sollbruchstelle in der Schleppleine gerissen. Die Lastspitze für das Abstandsseil liegt beim Einzelschirm bei 150 Kilo“. Einen Materialfehler schloss Seifert aus. Der Schirm sei nach vorne geschossen und zugeklappt, der ausgebildete Pilot mit fünfjähr­iger Flugerfahrung habe zwar den Kontakt zum Schirm halten können. „Er konnte aber die Kappe nicht stabilisieren, es war ein Pilotenfehler, der zum Unfall führte“, so Seifert. „Wenn so etwas in Bodennähe pas­siert, ist man fast machtlos. Das hätte mir genauso passieren können.“ Die Entscheidung zu fliegen, habe beim Piloten gelegen, auch wenn sich das Wetter am Sonntag von einer sehr sportlichen Seite gezeigt habe. Bereits vor einigen Monaten war es nach Auskunft der Polizei zu einem Unfall gekommen, als ein Fluglehrer aus acht Metern Höhe abgestürzt sei. Auch dieser Unfall sei glimpflich verlaufen.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*